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Chinesische Esskultur

2012-11-02 print

 
Chinesische Esskultur

In China ist es nicht nur wichtig, was auf den Tisch kommt, sondern auch wie es auf den Tisch kommt. Speisenfolge, Besteck und Verhaltensweisen unterscheiden sich stark von der westlichen Esskultur.

Tischkultur

In China gibt es keine klassische Speisenfolge wie bei uns. Die Reihenfolge der Speisen wird einzig vom Gast bestimmt, wobei üblicherweise viele Speisen gleichzeitig bestellt werden. Je festlicher der Anlass desto größer ist die Zahl der Gerichte, die serviert wird. Es ist jedoch Brauch in der chinesischen Esskultur, die leichten Gerichte vor den schweren, die salzigen vor den süßen und Suppen nach den festen Speisen zu essen. Wichtig ist, dass die kalten und die warmen Gerichte nach dem Prinzip Yin und Yang harmonieren. Auch der runde Tisch symbolisiert durch seine Kreisform Harmonie. Durch die runde Form haben zudem alle Gäste leichten Zugriff auf die unterschiedlichen Speisen. Schilder, auf denen "westliches Restaurant" steht, sagen übrigens nichts über das Essen aus, sondern zeigen an, dass die Tische eckig sind. Besonders wichtig ist edles Geschirr in der chinesischen Esskultur, denn schönes Porzellan trägt - nach gängiger Meinung in China - zum Genuss beim Essen bei.

Chinesische Esskultur

Benehmen bei Tisch

Als Europäer in China können Sie bei Tisch mit Nachsicht rechnen. Es zeugt allerdings von besonderem Einfühlungsvermögen, wenn Sie einige Regeln der chinesischen Tischkultur beachten. So ist beispielsweise Schmatzen, Schlürfen und Rülpsen erlaubt, während Schnäuzen bei Tisch verpönt ist. Dafür sollten die Gäste die Toilette aufsuchen. Auch das Aufessen aller Speisen gehört in der chinesischen Esskultur nicht zum guten Ton, stellt dies doch den Gastgeber bloß, der sich nicht mehr leisten konnte. Grundsätzlich sitzen die wichtigsten Gäste am nächsten zum Gastgeber und bekommen die besten Stücke. Gegessen wird mit Stäbchen, die sie keinesfalls in den Reis stecken sollten, da dies nur bei Trauerzeremonien üblich ist. Zur Ablage der Stäbchen dienen kleine Bänkchen neben den Tellern.

Imperiale chinesische Esskultur

Neben den traditionellen Regionalküchen gibt es zusätzlich noch Kochschulen wie die konfuzianische Küche, die medizinische Küche oder die Palastküche. Bei letzterer handelt es sich um eine sehr opulente chinesische Esskultur, die sich über Jahrhunderte am Hof etabliert hat. Am Kaiserhof lebten im 18. und 19. Jahrhundert tausende von Menschen von denen allein um das Jahr 1800 etwa 400 in der kaiserlichen Küche arbeiteten. Die Verwaltung und Planung des Palastessens war eine anspruchsvolle Aufgabe. Es gab zwei Küchenbrigaden, von denen eine das Essen für die kaiserliche Familie und die Konkubinen zubereitete, während die zweite für das Personal zuständig war. Das Essen für die Kaiserfamilie unterlag strengen Sicherheitsbestimmungen: Der Vorsteher der Leibgarde musste die Zubereitung des Essens überwachen, damit kein Gift untergemischt werden konnte. Nachfahren von Hofbediensteten retteten viele Rezepte dieser chinesischen Esskultur über die Kulturrevolution, so dass sie auch heute noch in Peking kaiserliche Gerichte wie Hummer in saurer Gurkensauce oder Lotuswurzeln in hauchdünnen Teigblättern genießen können.

Chinesische Esskultur

Zu trinken

Zum Essen wird üblicherweise warmer Shiaoxin (Reiswein), oft aber auch gar nichts getrunken. In vielen Restaurants werden inzwischen auch Tees oder weitere alkoholische Getränke zum Essen serviert. Dazu gehören chinesischer Wein, chinesisches Bier, baijiu (Schnaps) oder Likör. China ist zwar kein klassisches Weinanbaugebiet, doch Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon werden entlang des Gelben Flusses angebaut .

Nach dem Essen wird in China Tee serviert. Im Ursprungsland des Tees werden vor allem Grüntee und Jasmintee getrunken. Weitere Teesorten sind Oolongtee, der Gelbe, der Weiße und der Schwarze Tee. Mittags und nachmittags werden in Südchina zum Tee Dim Sum, kleine Häppchen, gereicht.

    

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